Fragen und Antworten
Was bedeutet fettarm?
Und wie schaffe ich den Umstieg? Was bedeutet fettarm?
Sie ernähren sich mit dieser Kost nicht fettfrei, denn mit dem
unbedingt notwendigen Verzehr von Hülsenfrüchten, Magermilchprodukten
und Tofu nehmen Sie auf jedem Fall in geringen Mengen das erforderliche
Fett, und zwar in ausreichender Menge, zu sich.
Werfen Sie hierzu einen Blick in die Angaben zum Fett und Cholesteringehalt der erlaubten
"Lebensmittel".
Was hier auffällt, ist der Ausweis des Cholesteringehaltes von generell
0 mg bei den Hülsenfrüchten und geringe Cholesterinangaben zu den
Magermilchprodukten. Letztere führen dazu, dass Sie bei dieser Diätform
pro Tag ungefähr 5 mg Cholesterine zu sich nehmen.
Vergleichen Sie diesen Wert mit einem rechnerischen Wert, den Sie
erhalten, wenn Sie die Cholesterinwerte derjenigen Lebensmittel
zusammen addieren, die sie an einem Tag heute verzehren! Zu diesem
Zweck stehen Ihnen die Tabellen der erlaubten und unerlaubten
Lebensmittel zur Verfügung.
Schauen Sie einmal in die Webseite "
Ernährungstabellen".
Die dort gezeigten Ernährungsprotokolle weisen beispielhaft für einen
Tag der alten Ernährungsform (vor der Umstellung)
Lebensmittel-Cholesterine von insgesamt
1044 mg aus; demgegenüber bei der neuen Kostform (nach Umstellung) einen summierten Wert von nur
4 mg!
Dr. Ornish empfiehlt eine Ernährung, bei der nur ca. 10% der
Nahrungsenergie aus Fett bezogen wird. Hierbei läßt er sich von
folgenden Überlegungen leiten:
Unser Körper benötigt nur
etwa 4% bis 6% der gesamten Energiezufuhr in Form von Fett, um daraus
die notwendigen essentiellen Fettsäuren zu produzieren. Schlägt man den
6% einige Prozentpunkte als Sicherheitspolster hinzu, dann kommt man
auf ca. 10%. Erst Mengen an Energiezufuhr in Form von Fett, die über
diese 10% hinausgehen, haben Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen und
andere Schäden zur Folge.
Kurz gesagt: Fett macht fett.
Wie stelle ich nun sicher, daß ich nicht mehr als 10% der
Nahrungsenergie in Form von Fetten zu mir nehme? Muß ich hierfür stets
eine Nahrungswerttabelle mit mir tragen, die mir sagt, wieviel Fett die
einzelnen Nahrungsmittel enthalten?
Wenn dem so wäre, würden
wir diese Kostform nicht empfehlen. Wenn Sie sich nach den
Ernährungsempfehlungen richten, das heißt sich vorrangig von
Getreideprodukten, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten ernähren und im
begrenzten Umfang Magermilchprodukte zu sich nehmen, brachen Sie
keinerlei Tabellen mit sich herum zu tragen oder auswendeig zu lernen.
Die langjährigen Erfahrungen mit dieser Kost haben gezeigt, daß bei der
fettarmen Ernährung nach den Empfehlungen von Dr. Ornish der 10%-Wert
der Nahrungsenergie nicht überschritten wird.
Dennoch stellt
sich vielleicht die Frage, wieviel Gramm Fett wir täglich mit unseren
Nahrungsmitteln zu uns nehmen dürfen, um diese 10% Nahrungsfett zu
erreichen bzw. nicht zu überschreiten?
Dazu muß man wissen,
daß bei den meisten Menschen 10% Nahrungsfett etwa einer Fettzufuhr von
20 bis 25 Gramm pro Tag entsprechen. Selbstverständlich ist dies
abhängig vom Energiebedarf eines jeden einzelnen Menschen, je nachdem,
ob es ein Schwerarbeiter oder ein Büromensch, ein sportlicher oder
unsportlicher Mensch ist.
Es ist viel einfacher, sich mit
den für die herzgesunde Kost geeigneten Lebensmitteln zu ernähren, denn
in ihnen beträgt der Fettanteil der Energiezufuhr (nicht zu verwechseln
mit dem Fettanteil nach Zutatenliste) im Durchschnitt ohnehin
10%. Ein mühseliges exaktes Abwiegen, Messen und Berechnen des
Fettgehaltes, wie es bei Befolgen anderer Ernährungsformen und
-empfehlungen notwendig wird (z.B. Deutsche Gesellschaft für Ernährung,
Deutsche Herzstiftung, Mittelmeer-Diät), ist bei der herzgesunden Kost
nach Ornish nicht erforderlich. Fazit: Sie brauchen sich um eine
Berechnung Ihres individuellen Fettverbrauchs überhaupt nicht zu
kümmern, sofern Sie sich, wie vorstehend beschrieben, herzgesund nach
Ornish ernähren.
Und wie schaffe ich den Umstieg?

Die
Umstellung der gesamten Küche auf die Ernährungshinweise nach Dr.
Ornish bringt nicht zuletzt auch eine organisatorische Umstellung mit
sich.
Man sollte neue Einkaufsquellen erschließen und
vielleicht auch die Kühlschrankkapazität erhöhen. Denken Sie daran,
dass sich auch Ihr Geschmacksempfinden verbessern und verfeinern wird.
Fangen Sie mit der Umstellung z.B. der Milchprodukte an und tun Sie
dies aber ganz konsequent. Trinken Sie nicht teils Vollmilch und teils
Magermilch, denn dann wird die Magermilch immer wie Wasser schmecken.
Nehmen Sie aber nur die Magermilch zu sich, werden sich Ihre
Geschmacksnerven recht schnell an diesen neuen fettarmen Zustand
gewöhnen und die Magermilch als einen Normalzustand akzeptieren.
Und außerdem gewöhnt sich der Körper an das fettarme Essen und dieser
Gewöhnungseffekt führt dazu, daß sie ihm gar nichts "Gutes" mehr
angedeihen lassen können, wenn sie ausnahmsweise einmal wieder so
richtig zulangen. Auch ein Menü mit normalem Fettgehalt wird Ihr Gaumen
dann als nicht mehr akzeptabel fettig quittieren, und sie werden
schnell unter einem großen Völlegefühl leiden.
Dann
verlagern Sie das Schwergewicht Ihrer Ernährung auf Getreide,
Hülsenfrüchte, Gemüse und Tofu, tun Sie dieses Schritt für Schritt,
probieren Sie jede Woche eine neue Getreidesorte, ein neues Bohnen-
oder Gemüsegericht aus. Testen Sie z. B. die Rezepte des Deutschen
Wellness Verbandes. Auf diesem Weg werden Sie eine neue Welt von
Geschmacksnuancen entdecken, die Sie schon bald nicht mehr missen
möchten.
Ganz konsequent sollten Sie allerdings bei der
Streichung der Fleisch- und Fischportionen sowie des Aufstrichs mit
Butter, Fettkäse und Wurst vorgehen. Wenn Sie sich pro Woche immer noch
ein kleines Stück Fleisch bewilligen, wird aus dem kleinen Stückchen
schnell wieder ein großes Stück und alles ist wieder beim alten. Das
Gleiche gilt für Käse, Schokolade usw. Wenn Sie diese Umstellung eine
gewissen Zeit konsequent durchhalten, wird es sehr leicht werden, sie
auf Dauer anzuwenden. Wenn Sie aber immer wieder, und sei es auch nur
in kleinen Mengen, in alte Gewohnheiten zurückfallen, werden Sie diese
Gewohnheiten nicht aufgeben und relativ schnell wieder in dem alten
Trott landen. Reden Sie sich dann bitte nicht ein, dass Sie das
Ornish-Programm befolgen.
Eier sind Cholesterinbomben,
jedenfalls, was das Eigelb betrifft! In einem einzigen Eigelb sind mehr
Cholesterine als sie bei der strikten Einhaltung der herzgesunden Kost
nach Ornish in einem Monat an Cholesterin zu sich nehmen. Meiden Sie
deshalb alle Nahrungsmittel, in denen Eigelb verarbeitet wird. Das
Eiweiß dürfen Sie selbstverständlich essen. Ersetzen Sie das Eigelb
durch Eiersatz, der auf dem Markt angeboten wird, aber lesen Sie die
Angaben auf der Verpackung gut durch, denn einige dieser Produkte
enthalten wiederum viel Fett. Wir empfehlen: "Natura Dotterfrei",
erhältlich in Reformhäusern.