Herz-Notfall: Das müssen Sie wissen
Mit
der nachstehenden Information möchten wir Ihnen einige wichtige,
vielleicht lebensrettende Hinweise geben, wie Sie oder Ihre
Angehörigen/Bekannten sich in dem Notfall eines
Herz-/Kreislauf-Stillstndes verhalten sollten. Die Beachtung der
nachstehenden Hinweise und Regeln kann Leben retten. Wie Sie vielleicht
wissen, haben Personen mit koronarer Herzerkrankung besondere
Lebensrisiken. Hierzu gehört im schlimmsten Fall auch der akute
Herz-Kreislauf-Stillstand.
Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird der bzw. die Betroffene
innerhalb weniger Sekunden bewusstlos. Nahezu gleichzeitig setzt die
Atmung aus. Der Puls ist an beiden Seiten des Halses nicht mehr
tastbar. Die Betroffenen sind bläulich-blaß, manchmal auch fahlgrau im
Gesicht.
Feststellen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes
- Bewusstlosigkeit (Reaktion auf laute Ansprache, Kneifen, Schulter rütteln etc?)
- Graublaue blasse Hautfarbe. Weite, starre Pupille
- Atemkontrolle
(eine Hand unter das Kinn fassen, mit der anderen Hand auf die Stirn,
den Kopf nach hinten beugen und Atmung kontrollieren)
- Kreislaufkontrolle (Puls an beiden Seiten des Halses nacheinander, jeweils mindestens 5 Sekunden lang prüfen)
Es besteht akute Lebensgefahr
Wenn
das Gehirn nur wenige Minuten ohne Sauerstoff bleibt, treten bleibende
Schäden auf; der Betroffene stirbt. Allerdings bestehen heute gute
medizinische Behandlungsmöglichkeiten auch für Patienten, die bereits
einen Herz-Kreislauf-Stillstand hatten. Voraussetzung dafür ist
allerdings, dass anwesende Ersthelfer im Falle eines
Kreislaufstillstandes die Patienten sofort wiederbeleben und dies bis
zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes durchführen. Alle
Maßnahmen zur Wiederbelebung müssen daher unverzüglich begonnen werden.
Notruf! Rettungsdienst
Alarmieren Sie möglichst
schnell den Rettungsdienst, besser noch, Sie lassen dies, sofern
möglich, durch eine weitere Person erledigen, denn
der Beginn der Herz-Lungen-Wiederbelebung darf dadurch nicht verzögert werden.
Sollten Sie in einer entsprechenden Situation alleine sein, versuchen
Sie schnell Hilfe herbeizurufen. Geht das nicht, rufen Sie schnell den
Rettungsdienst an und beginnen dann unverzüglich mit der
Herz-Lungen-Wiederbelebung. Schicken Sie, wenn möglich, jemanden auf
die Straße, der den Notarzt erwartet, die Türen öffnet und den Notarzt
zum Patienten führt. Beleuchten Sie nachts das Haus/die Wohnung hell.
Hilfe organisieren
Rettungswagen mit Notarzt unter
112 sofort anfordern (lassen!)
WO ... Geben Sie den Notfall-Ort genau an: Name, Ort Straße, Hausnummer, Stockwerk, Gebäudeteil usw.
WAS ...
Was ist geschehen? KURZ die Notfallsitaution beschreiben (z. B.: Mein
Mann hat einen Herz-Kreislauf-Stillstand, vor 2 Jahren hatte er einen
Infarkt.)
Das A-B-C der Wiederbelebung bei der 1-Helfer-Methode
Legen Sie den Patienten auf eine harte Unterlage (z. B. Fußboden!) Im Bett ist eine Herzmassage nicht möglich!
A = Atemwege freimachen
Prüfen
Sie, ob die Atemwege frei sind. Hierzu inspizieren Sie den
Mund-Rachen-Raum auf Erbrochenes oder Fremdkörper (z. B. Zahnprothese)
und entfernen diese. Überstrecken Sie anschließend den Hals, da
hierdurch die Atemwege frei werden.
B = Beatmung: Mund-zu-Mund - (oder Mund zu Nase) -Beatmung:
Der
Hals bleibt bei der Mund-zu-Mund-Beatmung überstreckt. Mit Daumen und
Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand verschließen Sie die
Nase. Öffnen Sie den Mund des Betroffenen ein wenig, setzen Sie Ihren
Mund dicht auf und beatmen vorsichtig.
Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung kann bei einem zu hohen Beatmungsdruck
Luft in den Magen geraten. Dies kann zu plötzlichem Erbrechen mit
nachfolgender Erstickungsgefahr führen. Daher ist die
Mund-zu-Nase-Beatmung vorzuziehen.
Mund-zu-Nase-Beatmung: Die überstreckte Haltung des Kopfes behalten Sie zur Atemspende bei. Mit dem Daumen der Hand, die am
Unterkiefer liegt, verschließen Sie den Mund, damit die eingeblasene Luft dort nicht wieder entweichen kann.
Atmen Sie jetzt selbst ein und setzen Ihren geöffneten Mund um die Nase
herum dicht auf, damit keine Luft entweichen kann. Jetzt die
eingeatmete Luft in die Atemwege einblasen. Nach jeder Beatmung
heben Sie Ihren Mund ab, damit der Betroffene ausatmen kann. Drehen Sie
Ihren Kopf zur Seite und beobachten Sie die Ausatmung genau. Atmen Sie
gleichzeitig Frischluft für die nächste Beatmung ein. Beatmen Sie
zwei mal schnell hintereinander!
C = Cirkulation durch Herzmassage wieder herstellen
Suchen
Sie den Druckpunkt auf. Dazu müssen Sie den Brustkorb freimachen. Mit
dem Finger fahren Sie am Rippenbogen entlang und tasten des Ende des
Brustbeins.
Legen Sie 2 Finger der anderen Hand daneben auf das Brustbein in Richtung Hals
Setzen Sie den Handballen der anderen Hand direkt neben die zwei Finger
(Richtung Hals) auf das Brustbein. Das ist der Druckpunkt.
Den Handballen der zweiten Hand setzen Sie auf den Handrücken der
ersten Hand. Die Finger beider Hände sind vom Brustkorb abgespreizt,
nur der Handballen hat Kontakt zum Brustbein.
Weicht der Druckpunkt seitlich oder nach oben oder unten vom
vorgegebenen idealen Punkt ab, besteht die Gefahr von Brustbein- oder
Rippenbrüchen, aber auch Schäden an Organen sind möglich! Mit
gestreckten
Armen drücken Sie nun das Brustbein etwa 4 - 5 cm tief mit einer
Frequenz von 100 pro Minute ein. Dabei sollen Druck- und
Entlastungsphasen etwa gleich lang sein.
Beatmung und Herzdruckmassage müssen in folgendem Wechsel erfolgen:
- 2 Atemspenden (schnell hintereinander mit schnellen Übergängen von Herzmassage zur Beatmung und umgekehrt)
- 15 mal Herzmassage (Frequenz 100 je Minute)
Erfolgskontrolle
Beobachten Sie den Betroffenen während der Wiederbelebung auf
"Lebenszeichen" (er atmet und bewegt sich). Das Einsetzen der Atmung
und des Kreislaufes werden Sie leicht erkennen. Sind keine
Lebenszeichen erkennbar, ist die Wiederbelebung bis zum Eintreffen des
Rettungsdienstes durchzuführen! Bei Wiedereinsetzen der
Kreislauftätigkeit ist die Atmung zu prüfen. Bei fehlender Atmung
müssen Sie weiter beatmen.
Herz-Lungen-Wiederbelebung bei der 2-Helfer-Methode
Alle Maßnahmen zur Feststellung des Kreislaufstillstandes und zur
Vorbereitung der Herz-Lungen-Wiederbelebung gelten wie oben
beschrieben. Während ein Helfer die Druckmassage in einer Frequenz von
100/Minute vornimmt, wird vom 2. Helfer zwischen jeder 5. und 6.
Herzmassage eine Beatmung durchgeführt. Die Herzmassage soll zur
Beatmung allenfalls kurz verzögert, aber nicht unterbrochen werden.
Nutzen Sie die Möglichkeiten, sich regelmäßig, wenigstens alle zwei
Jahre, in der Herz-Lungen-Wiederbelebung ausbilden zu lassen.
(Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter Bund etc.)
Ich
wünsche Ihnen, dass Sie die vorstehenden Hinweise nie anwenden müssen,
und falls es doch erforderlich werden sollte, wünsche ich Ihnen, dass
Sie so ruhig wie möglich die vorstehenden Anweisungen befolgen können
und dabei erfolgreich sind.
Jürgen Busch
(ausgebildeter Ersthelfer)