Kieselerde


Definition

Kieselerde besteht zu 94 % aus Siliciumoxid. Daneben finden sich kleinere Mengen an Aluminium, Eisen, Kalzium, Phosphor und Magnesium. Silicium gehört wie Aluminium zur Gruppe der so genannten Ultraspurenelemente, deren spezielle Funktion nicht bekannt sind. Der Bedarf von Mensch und Tier wird über die normale Nahrung gedeckt, zumindest sind einschlägige Mangelerscheinungen bisher nicht aufgetreten.


Methode

Kieselerde-Präparate werden als Nahrungs-Ergänzungsmittel von Herstellern für gesunde Nägel, glänzendes Haar und schöne Haut angeboten und propagiert.


Beurteilung

Es gibt bisher keine klinischen Erkenntnisse darüber, ob Kieselsäure überhaupt wirkt und tatsächlich "gesund und schön" macht. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise, dass Kieselsäure - langfristig und hochdosiert eingenommen - zu Nierensteinen führen kann. Nach Rechercheergebnissen des Instituts für Mineralogie der Universität Hamburg und der Bundesanstalt für Materialforschung enthielten neun von zehn Kieselerde Präparaten vergleichbar mit normalen Sand - hauptsächlich Quarz oder Cristobalit. Beide Stoffe sind kristalline Formen von Siliziumdioxid. Fein gemahlen gilt kristallines Siliziumdioxid in anderen Industriebereichen sogar als "Gefahrstoff". Wird beispielsweise Quarzstaub eingeatmet, kann es zu Lungentumoren führen. Nach Erkenntnissen des Fraunhofer Instituts für Toxikologie in Hannover kann eine Gesundheitsgefahr auch nicht ausgeschlossen werden, wenn Quarzstäube geschluckt werden.
Wolfgang Becker-Brüser, einer der führenden Experten für Medizinprodukte in Deutschland ud Herausgeber des"arznei-telegramms", konstatiert: "Kieselerde ist ein überflüssiges Produkt. Es wird mit vielen Versprechungen auf den Markt gebracht, die nicht gehalten werden können.




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