Vollwertige Ernährung/ Vollwert- Ernährung


Definition

Die drei Ernährungskonzepte Vollwertige Ernährung, Vollwert- Ernährung und Vollwertkost stiften durch ihre leicht verwechselbare Begrifflichkeit immer wieder Verwirrung. Sie lassen sich jedoch klar voneinander abgrenzen.
Die vollwertigen Ernährung basiert auf den Nährstoffempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Im Vordergrund stehen ernährungsphysiologische Grundlagen, die schonende Zubereitung und ein möglichst geringer Verarbeitungsgrad. Die vollwertige Ernährung basiert auf neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Vollwert-Ernährung nach Prof. Leitzmann und Mitarbeitern (Giessen) geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt nicht nur eine gesunderhaltende Ernährungsweise, sondern bezieht zusätzlich technologische (geringer Verarbeitungsgrad), soziale (Sozialverträglichkeit) und ökologische (alternativer Landbau) Aspekte bei der Bewertung von Lebensmitteln mit ein. So ergeben sich abweichende Empfehlungen bei der Auswahl der Lebensmittel.

Die Grundregel der Vollwert-Ernährung heißt: "Die Nahrung sollte so natürlich wie möglich sein" und geht auf Werner Kollath Anfang des 19.Jahrhunderts zurück. Je frischer und weniger verarbeitet = naturbelassener = natürlicher ein Lebensmittel ist, desto vollwertiger sei es. Auch die Vollwert-Ernährung basiert auf neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Der Name Vollwerkost bezieht sich auf die Empfehlungen und Heilsversprechen von Dr.med.Otto Bruker. In der Vollwertkost nach Bruker haben diejenigen Nahrungsmittel den höchsten Stellenwert, die möglichst naturbelassen sind. Jegliche Behandlung von Lebensmitteln, wie Erhitzen oder industrielle Bearbeitung, wird abgelehnt.


Beurteilung

Das größte Problem aller (und auch dieser) Ernährungskonzepte liegt in ihrem Allgemeinheitsanspruch begründet. Sie können damit nicht die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Menschen berücksichtigen, alle Empfehlungen beruhen allein auf einer wissenschaftlich-theoretischen Basis. Die Erfahrungen mit der Anwendung solcher Systeme haben ihre Grenzen aufgezeigt. Deshalb ist jeder Einzelne gefordert, das allgemeintheoretische Wissen der Ernährungskonzepte mit seiner individuellen Konstitution, seinem persönlichen Ansprechen auf die empfohlene Ernährung und seinen geschmacklichen Vorlieben in Einklang zu bringen.


Literatur





zurück