Wellness


Definition

Ein Prozess ganzheitlichen Wohlbefindens im Kontext (wissenschaftlich gesicherter) gesundheitsfördernder Faktoren.
Laienverständlich ausgedrückt: Genussvoll gesund leben.


Ursprung

Der Begriff Wellness ist in der Literatur erstmals 1654 erfasst und bedeutete bereits vor mehr als dreihundert Jahren Gesundheit und Wohlbefinden.
In den Anfängen der präventivmedizinischen Bewegung in den USA gelangte der Begriff in den 1950er Jahren zu ständig wachsender Popularität, zunächst in Fachkreisen, dann zunehmend auch in der Öffentlichkeit.
Insbesondere durch die Arbeiten und Veröffentlichungen von Halbert Dunn, John Travis, Donald Ardell und Gerhart Hettler entwickelte sich in den USA eine Wellness-Bewegung ("Wellness Movement"). Staatliche und privatwirtschaftliche Träger entdeckten im Wellness-Konzept seit den 1970er Jahren ein probates Mittel zur Senkung lebensstilbedingter Gesundheitskosten.
Seit Anfang der 1990er Jahre gewann der Begriff Wellness auch in Deutschland an Bekanntheit, wenngleich seine Verwendung oftmals kaum oder keine Bezüge zu seiner Herkunft und eigentlichen Bedeutung mehr erkennen läßt. Dennoch bleibt er in seiner Kernaussage heute und auch in der Zukunft vor allem ein Synonym für ein positiv geprägtes Verständnis von Gesundheit, im Sinne der Weltgesundheitsorganisation und der Salutogenese-Forschung.


Methode

Die Umsetzung des Wellness-Konzeptes geschieht auf Grundlage gesundheitswissenschaftlicher Forschung. Die Zielsetzung besteht darin, die als allgemein gesundheitsfördernd erwiesenen Verhaltensweisen und Einstellungen - ggf. mit Unterstützung von professionellen Trainern, Beratern, Therapeuten - so in das individuelle Lebensgefüge zu integrieren, dass spürbar aktuelles und langfristiges Wohlbefinden resultieren, dies nach Möglichkeit in einem ausgeglichenen Verhältnis der verschiedenen Wohlbefindens-Dimensionen (Bewegung, Ernährung, An-/Entspannung, Spiritualität, etc.).
Zur Ordnung der Wellness-Dimensionen wurden verschiene Systematiken vorgelegt. Sie beinhalten in der Regel körperliche, emotionale, geistige, soziale, sprituelle, ökologische und berufliche Aspekte. Zur professionellen Methodik gehören neben der individuellen Exploration und Analyse von Ist- und Ziel-Zustand eine darauf aufbauende individuelle Maßnahmenplanung, eine qualifizierte Prozessbegleitung sowie eine Verlaufs- und Erfolgskontrolle.
Hierzu werden verhaltens- und erlebensdiagnostische Interviews und Fragebögen eingesetzt, gesundheitliche Indikatoren erfasst und verhaltensmedizinische Methoden und Hilfsmittel angewendet.


Beurteilung

Professionelles Wellness-Management, wie es in den USA im Rahmen des dortigen Gesundheitssystems entwickelt wurde, hat sich in Deutschland bislang noch kaum etablieren können. Unter Wellness werden hier in der Regel immer noch überwiegend passive, verwöhende Anwendungen und Behandlungen sowie Aufenthalte in luxuriösen Hotels, Day Spas oder Clubs verstanden.
Eine konstruktive Auseinandersetzung mit dieser Schwerpunktverlagerung und ein Hinwirken auf eine für die Gesundheit und die Lebensqualität des Einzelnen genau so wie für das Gesundheitssystem der Gesamtheit nützliche und chancenreiche Verständniserweiterung findet leider weder von Seiten der Befürworter, noch von Seiten der Kritiker statt.
Zahlreiche Methoden und Angebote, die heute unter der Überschrift "Wellness" beworben werden, sind unter gesundheitswissenschaftlichem Maßstab kritisch zu beurteilen, teilweise unter dem Aspekt des Kosten-Nutzen-Verhältnisses und Verbraucherschutzes auch abzulehnen. Dies trifft jedoch nicht auf das Konzept Wellness an sich zu. Der Deutsche Wellness Verband vertritt das originäre Konzept und setzt sich mit Nachdruck für eine entsprechende Verbreitung - nicht nur in Deutschland - ein.


Literatur





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