
"Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind nach wie vor die Ketten, die zahlreiche Anlagen betreiben und seit Jahren deutlich stärker als der Gesamtmarkt wachsen. Ihr Marktanteil stieg in den vergangenen vier Jahren bei den Mitgliedern um 13 Punkte auf knapp 35 Prozent, während dieser bei den Anlagen aufgrund überdurchschnittlicher Größe lediglich 13,8 Prozent beträgt", erläutert Niels Gronau, Marktexperte bei Deloitte.
"Einzelstudios halten weiterhin den größten Marktanteil, obwohl sie teilweise Mitglieder an Kettenbetreiber verloren haben. Doch auch sie nutzten im vergangenen Jahr das positive Umfeld und steigerten ihre Mitgliederzahl deutlich.", so Gronau.
Auf der anderen Seite des Angebotsspektrums konnten Premiumanbieter mit Fokus auf Wellnessangebote ihre Marktposition ausbauen. eren Leistungsspektrum im zumeist gehobenen Ambiente umfasst neben Fitnesstraining beispielsweise umfangreiche Sauna- und Schwimmangebote sowie spezielle Zusatzleistungen wie Massage oder physiotherapeutische Anwendungen. Wesentliches Positionierungsmerkmal ist darüber hinaus meist die individuelle Betreuung durch das Service- und Trainingspersonal.
Der deutsche Fitnessmarkt zeigt im europäischen Vergleich noch ein erhebliches Potenzial: Die Reaktionsquote (Fitnessstudiomitglieder/ Gesamtbevölkerung) liegt bei 6,6 Prozent, wo hingegen Länder wie England (11,8%), Schweden (14,3%) oder die Niederlande (16,4%) nach einer von Deloitte im Auftrag der IHRSA jährlich durchgeführten Studie eine deutlich höhere Marktdurchdringung aufweisen.
"Aufgrund der traditionellen Vereinslandschaft in Deutschland wächst die Akzeptanz kommerzieller Fitnessangebote langsamer", erläutert Karsten Hollasch von Deloitte. Durchschnittlich beträgt die europäische Reaktionsquote 7,9 Prozent – diese zu erreichen wäre für Deutschland gleichbedeutend mit einer Million zusätzlicher Mitglieder oder einem Umsatzplus von knapp 550 Millionen Euro.