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Im Rahmen des Wellness Sensors 2009 wurde auch nach Merkmalen des typischen deutschen Wellnessurlaubers geforscht. Dabei ergaben sich vier Gruppen in relativ vergleichbarer Größenordnung.
Fast jeder vierte Wellnessurlauber ist ein „proaktiver Gesundheitsbewusster“. Dabei handelt es sich um lebenserfahrene und qualitätsbewusste Menschen (häufig über 50), die sich im Urlaub nicht nur erholen und verwöhnen lassen möchten, sondern vor allem Gelegenheiten nutzen, ihre eigenen Gesundheitsressourcen und Kompetenzen aktiv zu stärken. Sie entscheiden sich für ein Wellnesshotel aufgrund vertrauenswürdiger Empfehlungen sowie der gebotenen Wellnessaktivitäten - und achten auf Qualitätssiegel. Die Gesundheitsbewussten nehmen zwar auch das konventionelle Passiv-Wellnessangebot in Anspruch, greifen aber viel stärker auf Angebote zurück, die Körper, Geist und Seele aktiv fordern und fördern. Sie buchen ihre Wellnesstage gerne im Reisebüro und steuern ihre Urlaubsziele mit der Bahn an. Preisbewusst werden die Mittelgebirgsregionen Mittel- und Süddeutschlands bevorzugt, aber auch ein Gesundheitstripp nach Tschechien ist möglich.
Die relativ stärkste Gruppe sind mit 30% Anteil die „gestresste Performer“. Dieser charakteristische Typ konsumiert bewusst, im Alltag wie im Urlaub. Er ist im mittleren Alter und beruflich erfolgreich, dadurch aber auch stark gefordert. Er gönnt sich Auszeiten, in denen er vor allem schnelle Entspannung und Erholung sucht, ohne dafür viel tun zu müssen. Sein äußeres Erscheinungsbild steht für ihn im Mittelpunkt seines Programms. Der Wellnessurlaub wird auch als Belohnung inszeniert. Wer viel leistet, darf sich schließlich hin und wieder auch etwas gönnen. Der gestresste Performer, der sich vor allem in der Altersgruppe zwischen 35 und 49 findet, reist oft allein und besucht für das Wellnesserlebnis gerne auch große und lebhafte Städte. Reiseportale werden überdurchschnittlich besucht und die Buchung erfolgt zumeist über das Internet.
Wer hätte es gedacht? Auch Familien spielen beim Wellnessurlaub eine nicht unwesentliche Rolle. 24% der typischen Wellnesstouristen sind „verantwortungsbewusste Eltern“ mit Kind. Sie brauchen kein großes Spa-Programm, nutzen aber selbstverständlich auch hin und wieder die Gelegenheit für eine Beauty- oder Partnerbehandlung, wenn die Kinderbetreuung sicher gestellt ist. Diese Paare sind kosten- und qualitätsbewusst und sie verstehen den Wellnessurlaub als notwendigen Ausgleich zum Alltag. Das Programm ist unspektakulär und besteht vor allem aus gemeinsamem Badespaß oder Bewegungsaktivitäten. Ihre Wellnessdestinationen wählen sie ganz pragmatisch nach deren Kinder- bzw. Familientauglichkeit. Sie fahren an die Nord- und Ostsee und schätzen All-Inclusive-Angebote. Die Attraktivität dieser Gästegruppe hat bereits eine Reihe von Wellnesshoteliers erkannt und sich darauf spezialisiert.
Einen ähnlichen Anteil am Markt der Wellnessreisen nimmt schließlich der „autonome Individualist“ ein. Dieser Wellnesstyp reist häufig zu Zweit und interessiert sich kaum für das übliche Wellness-Brimborium aus Beauty, Massagen, Fitness- oder Entspannungstraining. Ihm reichen ein Pool und eine Sauna, dazu Ruhe und Natur. Deshalb geht er touristischen Hochburgen auch eher aus dem Weg. Er verlässt sich bei der Suche nach einer passenden Destination vor allem auf seine eigene Erfahrung und Urteilsfähigkeit. In dieser Gästegruppe findet sich der Deutschlandfan mit Präferenz für den Norden, der dabei auch das Hinterland der Küste besucht. Er schätzt Urlaub in kleinen, wenig touristischen Orten (z.B. Lüneburger Heide) und er bevorzugt als Reisemittel den Pkw, der ihm den größten Bewegungsspielraum ermöglicht. Diese Gruppe, der vor allem die gut gebildeten Best Agers angehören, ist spontan. Sie bucht telefonisch direkt im Hotel, orientiert sich aber gleichzeitig tagesaktuell im Internet.
Wellness Sensor 2009
Basisstudie
Wesentliche Inhalte: Marktbedeutung, Wellnessmotive, -aktivitäten, Beurteilung, Beschreibung der Wellnesssegmente, Reiseverhalten (kommentierter Chartbericht/ca. 59 Charts)
Preis: EUR 4.850
Auswertung in Ergänzung zur Basisstudie in Verbindung mit GfK Travelscope-Daten (Reiseverhalten und -planungen)
Preis je nach Analysetiefe: ab EUR 7.500
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