
Das Europäische Gesundheitszentrum für Naturheilverfahren veranstaltete aus
diesem Anlass in Bad Wörishofen ein Symposium, um insbesondere die Berechtigung des Urteils über die Kneipptherapie mit verschiedenen Wissenschaftlern zu diskutieren.
Teilnehmer war auch Dr. Pittler, ein Mitarbeiter von Prof. Edzard Ernst, des
Lehrstuhlinhabers für komplementäre Medizin an der Universität Exeter / England, der für die Stiftung Warentest die wissenschaftliche Begutachtung vorgenommen hatte. Auf diesem Symposium stellten die Experten, u.a. auch Prof. Selbmann, der für die Arbeitsgemeinschaft medizinischer Fachgesellschaften tätig ist, fest, dass die Art der Beurteilung im Buch der Stiftung Warentest als Ratgeber für medizinische Laien zu Fehlinterpretationen führen müsse. Darüber hinaus waren sich die Experten einig, dass es gerade für die Kneipptherapie, die nicht nur aus Wasseranwendungen, sondern auch der gesundheitsfördernden Bewegung- und Ernährungstherapie, wirksamen pflanzlichen Heilmitteln und einer ausgewogenen Lebensordnung besteht, ganz im Gegensatz zur Darstellung der Stiftung Warentest wissenschaftliche Belege durchaus auch von hoher Qualität gibt.
Der Mitarbeiter des Schlussgutachters gestand dann auch ein, dass man die Kneipptherapie gar nicht in das Buch aufnehmen wollte, sondern sich dem Wunsch der Autoren der Stiftung Warentest beugte. Vielmehr sei man mit den Experten einig, dass es sich gerade bei der Kneipptherapie um ein auch von der Schulmedizin anerkanntes Naturheilverfahren handelt.
Schließlich distanzierte sich Dr. Pittler auch noch von der Schlussbewertung, die in dieser Form missverständlich sei.
Nachdem das Symposium zu einer vollen Rehabilitation der Kneipptherapie geführt hat, forderte der Wissenschaftliche Leiter des Europäischen Gesundheitszentrums für Naturheilverfahren, Prof. Dr. E. Volger, die Verantwortlichen der Stiftung Warentest auf, in der
nächsten Auflage ihres Buches „Die Andere Medizin“ die Expertenkritik zu berücksichtigen und den Fehler zu korrigieren. Die Publikation habe ja zu einer erheblichen Verunsicherung nicht nur bei vielen gesundheitsbewussten Menschen, sondern auch in Fachkreisen der Präventiv- und Kurortmedizin sowie der Rehabilitation, geführt.