17.11.2008 | DWV: Lebensstil

Schlechte Perspektive fürs alternde Deutschland

Eine EU-Studie vergleicht die Lebenserwartung der 50+ Generation

Quelle: ddp

Im einem EU-weiten Vergleich zur Gesundheit der Menschen im Alter schneiden deutsche Männer und Frauen leider nicht optimal ab. So können sich deutsche 50-jährige Männer und Frauen auf im Schnitt jeweils weitere 13,5 gesunde Jahre freuen. Im direkten Vergleich mit den großen und bevölkerungsreichen EU-Staaten Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien liegt Deutschland bei den sogenannten "gesunden Lebensjahren über 50" weit hinten. Spitzenreiter ist Dänemark mit der Aussicht auf rund 24 beschwerdenfreie Jahre bei den 50-jährigen.

Die Wissenschaftler um Carol Jagger von der Universität in Leicester trugen in ihrer Arbeit Bevölkerungs- und Gesundheitsstatistiken sowie wirtschaftliche Kenndaten wie Bruttoinlandsprodukt, Gesundheitsausgaben, Arbeitslosigkeit und Bildungsstand aus den 25 EU-Staaten aus dem Jahr 2005 zusammen. Im Durchschnitt der 25 EU-Länder konnten 50-jährige europäische Männer und Frauen erwarten, bis zu einem Alter von 67,6 beziehungsweise 69,1 Jahren ohne körperliche Einschränkung gesund zu leben.

Unerwartet: die Unterschiede zwischen der Gruppe der 15 Alt-EU-Länder darunter Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Dänemark) und den zehn im Jahr 2004 beigetretenen, überwiegend östlichen Ländern (darunter Polen, die drei baltischen Staaten, Ungarn, Tschechien). Die gesunden Lebensjahre über 50 betragen laut Studie rund neun Jahre bei Esten und knapp 24 Jahren bei Dänen. Die Deutschen lagen mit gesunden 63,5 Jahren im hinteren Mittelfeld. Am gesündesten blieben im Schnitt Tschechen, Griechen und Polen. Interessant, zum Beispiel polnische Männer und Frauen über 50 haben zwar eine geringere Lebenserwartung als die Deutschen, sie können sich aber über mehr gesunde Jahre über 50 freuen als ihre westlichen Nachbarn.

Als wesentliche Einflussgrößen auf die gesunden Jahre über 50 sehen die Forscher das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sowie anteilig daran die Ausgaben für Gesundheit und Pflege im Alter. So kann die Spanne der glücklichen Jahre um ein Jahr erhöht werden, wenn der Anteil der Gesundheits- und Pflegeausgaben für Ältere am Bruttoinlandsprodukt um ein Prozent ansteigt.

Auch eine längere Arbeitslosigkeit wie auch eine höhere Bildung nehmen relevanten Einfluss auf den Gesundheitsstand. Laut der sogenannten Lissabon-Strategie der Europäischen Kommission sollen bis zum Jahr 2010 rund 50 Prozent der 55- bis 64-Jährigen ein Beschäftigungsverhältnis finden. Gemessen am Gesundheitsstatus der Menschen in manchen EU-Ländern scheint dieses Ziel jedoch kaum erreichbar zu sein.

 

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