26.02.2009 | DWV: Essen & Trinken

Alkohol fördert Krebs bei Frauen

Schon ein alkoholisches Getränk am Tag erhöht bei Frauen das Krebsrisiko.

Quelle: aerzteblatt.de

Ethanol begünstigt nach den Ergebnissen einer Studie im Journal of the National Cancer Institute neben dem Brustkrebs auch Malignome in Darm, Leber und im Kopf-Hals-Bereich (insbesondere bei den Raucherinnen).

Die Forscherin Naomi Allen von der Universität Oxford hat die Angaben, welche die 1.280.296 Britinnen mittleren Alters zwischen 1996 und 2001 zu ihren Lebensgewohnheiten machten, mit der Häufigkeit von späteren Krebserkrankungen (68.775 Fälle nach 7,2 Jahren) in Relation gesetzt.

Für das Mammakarzinom wurde eideutig bestätigt: pro alkoholischem Getränk am Tag (10 Gramm reiner Alkohol) steigt das Risiko um relativ 12 Prozent. Da drei Viertel aller Britinnen bekundeten, täglich Alkohol zu trinken, so könnten in Großbritannien jedes Jahr 5.000 Frauen allein aufgrund des Alkoholkonsums am Brustkrebs erkranken.

Hinzu kommen 500 Darmkrebserkrankungen (das Risiko auf ein Rektumkarzinom steigt pro 10 Gramm Alkohol/Tag um 10 Prozent), 250 Leberkrebserkrankungen (das Risiko steigt um 24 Prozent pro 10 Gramm Alkohol/Tag) und 1.200 Karzinome im Mund oder Rachen (plus 29 Prozent), Kehlkopf (plus 44 Prozent).

Zusätzlicher Zigarettenkonsum verschlimmert die Sache: Die Experten vermuten, dass Alkohol die lokale Resorption der im Tabakrauch enthaltenen Karzinogene steigert. An allen Orten des Körpers kommt es zu einer schädlichen Wirkung des Ethanolmetaboliten Acetaldehyd. Diese toxische Substanz ist nicht nur für den „Kater” verantwortlich, sie kann auch die DNA schädigen, beziehungsweise deren Reparatur behindern.

Alkohol steigert außerdem die Konzentration einiger Hormone im Blut, zu denen neben Östrogen (Brustkrebsrisiko) auch Testosteron und Insulin gehören, die ebenfalls mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden. Schließlich schädigt Alkohol auch die Leberzellen, was die erhöhte Rate von Leberkrebs erklärt.

Die Art der alkoholischen Getränke hatte übrigens keinen Einfluss auf das Krebsrisiko. Es gebe keinen Alkoholkonsum, der als sicher für die Gesundheit betrachtet werden könne, schreiben die Wissenschaftler.


 

 

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