Lomi-Massage (auch Lomi-Lomi-Massage oder Lomi-Lomi-Nui- Massage)



 
 

Definition

Das Wort „Lomi“ stammt aus dem Hawaiianischen und bedeutet soviel wie streichen, reiben, kneten oder drücken. Durch die Verdoppelung bei „Lomi Lomi“ wird die Bedeutung dieses Wortes verstärkt. „Nui“ lässt sich mit einzigartig oder groß übersetzen, sodass sich frei übersetzt folgende Definition für die Lomi- Massage ergibt: Besonders großartiges Reiben, Kneten, Streichen. Der Begriff „Nui“ ist erst in den letzten Jahren außerhalb Hawaiis zur Lomi-Massage zugefügt worden und kommt in der traditionellen Bezeichnung nicht vor.



Ursprung

Der Ursprung der Lomi-Massage liegt in Hawaii. Dort wurden über Jahrhunderte alte Familientraditionen von den Kahunas (Heilern) weitergegeben. Daher kann man nicht nur von einem einzigen Lomi-Stil sprechen, sondern eher von einer Fülle von Inspirationen. Bei uns eher als Wellness-Massage bekannt geworden, ist die Lomi-Massage ursprünglich mehr. Sie ist eine tiefgehende Körperarbeit und ein zentrales Element traditioneller hawaiianischer Heilkunst. Angewendet bei Initiationsriten, zu Beginn neuer
Lebensabschnitte, soll sie sowohl körperliche als auch    seelische Probleme
und Blockaden lösen. Oftmals wird die Lomi-Massage auch als Tempelmassage bezeichnet. Dies rührt zum Einen daher, dass sie ein Bestandteil der hawaiianischen Priesterweihe ist und zum Anderen bezeichnen die Hawaiianer den Körper eines Menschen als den „Tempel der Seele“.



Methode

Eine Lomi-Behandlung soll mehr als allein der Entspannung dienen, sie soll vielmehr Körper, Seele und Geist in Einklang bringen. Achtsamkeit, Offenheit, das Annehmen und Zulassen von Emotionen gehören zu den wichtigsten Prinzipien dieser Massageform.

Dadurch soll die Energie, das „Mana“, im Körper zum Fließen gebracht werden. In einer Anwendung wird der ganze Körper behandelt, daher werden meist 90 bis 120 Minuten massiert. Der Massierende nutzt dabei seine Hände, Unterarme bis hin zu den Ellenbogen, um abwechselnd sanfte und kräftige Massagetechniken einzusetzen und die Bedürfnisse des Empfangenden zu erspüren. Dabei bewegt er sich fließend.

Um zu Erlernen sich im eigenen Körper so geschmeidig und feinfühlig bewegen zu können, wird das sogenannte „Flying“, im hawaiianischen „Ka’aleleau“, geübt. Diese Bewegungsmeditation ist den Flügelschlägen des Fregattvogels nachempfunden und beinhaltet Koordinations-, Balance- und Wahrnehmungselemente.

In Verbindung mit den verschiedenen Massagetechniken kann ein Gefühl von Leichtigkeit und Fluss vom Anwender auf den Empfangenden übergehen. Zum Einsatz kommen hochwertige Pflanzenöle.

Die Lomi-Massage kann sowohl zweihändig, als auch vierhändig durchgeführt werden. Sie kann von einem Chant (hawaiianischen Gesang) eingeleitet und mit hawaiianischer Musik begleitet werden.

Um das Ziel der Entspannung auf allen Ebenen zu erreichen, spielt auch die Umgebung, in der die Lomi zur Anwendung kommt, eine große Rolle. Eine angenehme Atmosphäre wird durch vorgewärmte Räume, Liegen, Öle sowie Laken erheblich unterstützt.



Beurteilung

Bereits ab der ersten Anwendung kann die Lomi-Massage als sehr wohltuend empfunden werden. Durch die abwechselnd sanften und kräftigen Massagegriffe können körperliche Verspannungen gelöst und die innere Ruhe gefördert werden. Die Kombination der Streichungen mit sanften Dehnungen und Gelenkslockerungen unterstreicht diese Wirkung. Gerade in einer Zeit, in der Themen wie „Burnout“ und „Stress“ zur Tagesordnung gehören, gibt es in unserer Gesellschaft ein großes Potenzial für qualitativ hochwertige Lomi-Massagen.



Literatur

  • Tamara Hrehorczak-Stephens: Abrahm Kawai’i, Eine kurze Geschichte über den Menschen, den Kahuna und die Kahuna Körperarbeit (2013)
  • MJ Harde: Voices of Wisdom, Hawaiian Elders Speak (1999) Aka Press
  • Makana Risser Chai: Hawaiian Massage / Lomilomi – Sacred Touch of Aloha






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